KI programmieren: Deine erste App in unter 5 Minuten
Alexander Berkov
CTO & Mitgründer, DeutschlandGPT
Du hast noch nie programmiert? Macht nichts. Nach diesem Artikel hast du trotzdem deine erste kleine App gebaut. Kein Witz, kein Clickbait und du brauchst auch keine zwanzig Befehle in der Kommandozeile auszuführen oder Python zu installieren.
Alles, was du brauchst, ist ein KI-Chatbot deiner Wahl und 5 Minuten Zeit.
Was wir jetzt bauen
Wir bauen ein kleines Memory-Spiel. Du weißt schon: da, wo man Karten umdreht, Paare findet und sich dann ärgert, weil man sich nie daran erinnern kann, wo die zweite Banane war, obwohl man sie schon fünfmal gesehen hat. Komplett mit Flip-Animationen und einem Züge-Zähler.
So sieht das Ergebnis aus:

Und ja, das werden wir jetzt in wenigen Minuten zusammen schreiben.
Schritt 1: Öffne einen KI-Chatbot
Geh auf einen beliebigen KI-Chatbot mit einem Free-Tier. Zum Beispiel hat ChatGPT ein Free-Tier unter chatgpt.com. Ähnlich ist es bei anderen Chatbots, wie z. B. DeutschlandGPT, wo du unter dialog.deutschlandgpt.de einfach einen Gratis-Account erstellen und dann loslegen kannst.
Schritt 2: Schreibe einen Prompt
Jetzt wird es ernst. Wir müssen dem Chatbot einen Prompt geben, der ihm genau sagt, was er tun soll. Hierbei solltest du nicht einfach so etwas eingeben wie „Schreib mir bitte ein Memory-Spiel“. Es wird zwar irgendwas rauskommen, aber nicht zwangsläufig das, was du haben wolltest.
Stattdessen solltest du ihm mitgeben, wie das Memory-Spiel aussehen soll, wie die Spielmechanik funktioniert, wie die Karten aussehen und wann man gewonnen hat. So würde ein guter Beispiel-Prompt aussehen:
Erstelle mir eine einzelne HTML-Datei für ein Memory-Spiel. Das Spiel soll folgende Funktionen haben:
- Ein 4x4 Raster mit 16 Karten (also 8 Paare)
- Die Karten zeigen Emojis als Symbole (z. B. 🍕, 🎸, 🚀, 🌵, 🐙, 🎯, 🧊, 🦊)
- Karten beginnen verdeckt und drehen sich beim Klicken mit einer Flip-Animation um
- Wenn zwei aufgedeckte Karten übereinstimmen, bleiben sie offen
- Wenn sie nicht übereinstimmen, drehen sie sich nach einer Sekunde wieder um
- Ein Züge-Zähler, der jeden Versuch mitzählt
- Eine Gewonnen-Anzeige mit der Anzahl der Züge, wenn alle Paare gefunden sind
- Einen „Nochmal spielen“-Button, der die Karten neu mischt
- Modernes, hübsches Design mit dunklem Farbschema und abgerundeten Karten
- Alles in einer einzigen HTML-Datei, kein externes Framework nötig
- Responsive, sodass es auf dem Handy und am Desktop funktioniertFalls du gerade keine Ideen für dein eigenes Memory-Spiel haben solltest, kannst du einfach einmal unseren Prompt kopieren und ihn ausprobieren – schließlich kostet es dich ja nichts.
Gib also deinen Prompt ein, drück Enter und lehn dich für ein paar Sekunden zurück, während die KI programmiert. Schon cool, was heutzutage alles möglich ist, oder?
Schritt 3: Speichere das Ergebnis
Die KI spuckt dir jetzt einen Codeblock aus. Keine Sorge, du musst ihn erst mal nicht verstehen. Aber du musst jetzt folgende drei Dinge tun:
- Kopiere den gesamten Code, also alles, was zwischen
<!DOCTYPE html>und</html>steht. Pro-Tipp: Anstatt alles manuell auszuwählen, kannst du das bei fast allen Chatbots einfach mit dem „Kopieren“-Button oben im Codeblock machen. - Öffne einen Texteditor: auf Windows ist das „Editor“ oder Notepad, auf Mac „TextEdit“. Dort auf „Format“ und dann „In reinen Text umwandeln“ klicken.
- Füge den Code ein und speichere die Datei als
memory.htmlab. Wichtig: Die Dateiendung muss.htmlund nicht.txtsein.

Das war es auch schon. Jetzt musst du einfach nur noch die Datei doppelklicken. Dann wird sich dein Browser öffnen und du hast dein eigenes Spiel. Einfach so. Ohne Internet, ohne Server, ohne alles.
Warum funktioniert das?
HTML ist die Sprache, aus der jede Website besteht. Dein Browser kann HTML-Dateien nativ lesen, genauso wie dein PDF-Reader eine PDF-Datei öffnen kann. Du brauchst also keinen Server und auch keine besondere Software. Dein Computer hat alles, was notwendig ist. Und dank KI musst du zumindest für einfache Programme auch keine unglaublichen Zauberfähigkeiten mehr haben.
4 Tipps für bessere Ergebnisse
Wenn du merkst, dass die KI nicht ganz das liefert, was du dir vorgestellt hast, liegt es meistens am Prompt. Hier ein paar Tricks:
Sei konkret.
„Mach mir ein Spiel“ ist zu vage. „Mach mir ein Memory-Spiel mit Emoji-Karten, Flip-Animation und dunklem Design“ ist deutlich besser. Je genauer du beschreibst, desto besser das Ergebnis.
Nenne das Format.
Schreib z. B. dazu, dass du eine einzelne HTML-Datei willst. Sonst bekommst du möglicherweise Code, der weitere Dateien oder Frameworks braucht, die du dann häufig erst einmal aufsetzen musst.
Bitte um Design.
KIs können erstaunlich schicke Interfaces bauen, wenn du es ihnen sagst. „Modernes Design“, „Dark Mode“ oder „minimalistisch“ reichen meistens schon als Hinweis.
Iteriere.
Dein erstes Ergebnis ist nie perfekt. Sag der KI einfach, was dir nicht gefällt: „Mach die Karten größer“, „Füge einen Timer hinzu“ oder „Ändere die Emojis zu Tier-Emojis.“ Das ist wie mit einem Designer zusammenzuarbeiten, nur ohne den Stundensatz.
Welchen KI-Chatbot soll ich nehmen?
Grundsätzlich können fast alle Chatbots Code schreiben, schließlich ist Code ja einfach nur Text, der besonderen Regeln entsprechen muss. Es gibt allerdings ein paar Unterschiede in der Qualität:
| Chatbot | Stärke beim Coden |
|---|---|
| ChatGPT | Guter Allrounder, zuverlässig bei Standard-Apps |
| Claude | Erstklassig bei komplexerem Code und sauberem Design |
| Gemini | Gut bei visuellen Aufgaben und Bildintegration |
Wenn du nicht jedes Mal zwischen drei verschiedenen Plattformen wechseln willst, gibt es auch Lösungen, die alle wichtigen KI-Modelle in einer Oberfläche bündeln. Zum Beispiel bekommst du bei DeutschlandGPT alle wichtigen Modelle auf einer Plattform. Dort kannst du dann sehr schnell denselben Prompt einmal bei ChatGPT und einmal bei Claude ausprobieren und dann einfach das beste Ergebnis nehmen. Leg dir einfach einen Account auf dialog.deutschlandgpt.de an und leg los.
Fazit
Die Zeiten, in denen Programmieren eine Fähigkeit war, die man monatelang lernen musste, sind vorbei. Heute beschreibst du, was du willst, und eine KI baut es für dich. Ist das Ergebnis perfekt? Nicht immer. Aber es ist ein funktionierender Anfang und oft genug besser als das, was du nach drei Monaten Programmierkurs hinbekommen hättest.
Alexander Berkov
CTO & Mitgründer, DeutschlandGPT
Alexander testet bei DeutschlandGPT täglich, wie KI-Modelle in der Praxis helfen können: von einfachen Prompts bis zu produktiven Anwendungen. Sein Fokus liegt darauf, KI so zu erklären, dass sie direkt ausprobierbar wird.